Geschichte

 

Jagdmusik ist in Frankreich schon aus frühester Zeit bekannt. Nachweislich wurde diese Art der Musik hier am meisten gepflegt und weiterentwickelt.

Ursprünglich war das Jagdhorn ein reines Kommunikationsinstrument. Es diente Schäfern, Falknern, Jägern und Jagdreitern, um Aufmerksamkeit zu erregen, Alarm zu schlagen oder durch Jagdhornsignale einfache Botschaften zu übermitteln. Die Übermittlung einfacher Botschaften durch Jagdhornsignale ist bei Gesellschaftsjagden bis heute üblich.

In der Jagdreiterei war das Horn mit seinem großen, durchdringenden und dadurch Kilometer weit hörbaren Ton ein Mittel, den Jagenden den aktuellen Verlauf der Jagd zu melden. Für jede Bewegung von Mensch und Tier gibt es in der Jagdreiterei eine geeignete Fanfare. Außer dem L'HALLALI SUR PIED und L'HALLALI PAR TERRE kennt man im französischen Sprachraum allerdings keine Totsignale. Es handelt sich vielmehr um reine Sichtsignale. Überdies lassen sich die Hunde durch die oft als aggressiv empfundene Musik zu eifrigerer Arbeit anregen.

Ursprünglich verwandte man zur Jagd kleinere Hörner (huchets) aus Tierhorn, die an den Hüften getragen wurden. Diese hatten auch beim Militär die Aufgabe mit ein und demselben Ton, Signal zu geben. Das Urhorn nannte man Olifant, da es neben Holz und Metall auch aus Elfenbein gearbeitet war.

Im 16. Jahrhundert begann die Geschichte des uns überlieferten Jagdhornes. Durch die Geschicklichkeiten der Instrumentenbauer, mit den Metallbearbeitungsmöglichkeiten und den Anforderungen die an die Blasinstrumente gestellt wurden, baute man fünf- und sechseckige Hörner, die man an einem Band trug. Der Ton ging nach vorn heraus. Die ersten Rundhörner hatten einen großen Bogen, der sich um den gesamten Körper des Jägers schlingen konnte. Der Tonaustritt war jetzt nach hinten heraus.

Aus dem damaligen Jagdwaldhorn entwickelte sich unter anderem das Waldhorn, das Barockhorn, das Inventionshorn, die verschiedenen Ventilhörner und parallel dazu das Jagdhorn. Dieses Horn nannte man „cor de chasse“.

Im Laufe der folgenden 250 Jahre entstanden im französischen Sprachraum bei den Jagdhörnern unterschiedliche Modelle. Sie unterschieden sich in den Baugrößen wie folgt: 1½-windig das Chretien-Jagdhorn, 2½-windig das Dampierre-Jagdhorn, 2½ + 3½ windig das Dauphin-Jagdhorn und das 3½-windige Orléans-Jagdhorn. Sie waren überwiegend im Tonregister D gestimmt. Die großen Windungen kamen durch die damaligen ausladenden Kopfbedeckungen zustande.

In der Zeit von 1630 bis zum Ende der Herrschaft von Ludwig XVI. hatten diese Jagdhörner bei den höfischen Parforcejagden „chasses à courre“ und seinen Festen ihre Blütezeit. Man nannte die verwendeten Jagdhörner damals und nennt sie auch noch heute Parforcehörner „cor par force“. Viele der bei den Jagden geblasenen Fanfaren und Musikstücke wurden uns überliefert.

Die Jagdfanfaren wurden und werden noch heute nur von Mitgliedern der Equipage geblasen. Man unterscheidet Fanfaren der Umstände und der Tiere (circonstances et d'animaux). Sie sind klassisch kurz und damit für das Jagdfeld einfach und verständlich. Als weiteres kannte man die Personenfanfaren und die längere konzertante Jagdmusik, die nur nach der Jagd geblasen wurden.

Die heutigen Hörner mit ihrem Glanz kann man als elegant bezeichnen. Sie können durchaus auch als Kircheninstrument für liturgische Lieder und Konzerte verwandt werden und harmonieren vorzüglich mit den Klängen der Orgel. Die französische Vereinigung aller Trompe-Bläser, die F.I.T.F. (Fédération Internationale des Trompes de Chasse) s.u. mehr, gegründet 1928, bezeichnet das Blasen der Trompe sehr zutreffend als Kunst, die Herz, Seele und Persönlichkeit des Bläsers zum Ausdruck bringt.

Quelle: Wikipedia